Europa in Zeiten des «Fensters strategischer Verwundbarkeit»

Eingeklemmt zwischen Russland und der Gefahr eines Rückzugs der US-Streitkräfte laufen die europäischen Staaten Gefahr, sich einer regelrechten «Phase der Verwundbarkeit» gegenübersehen zu müssen, die dann beginnt, wenn sich die Feindseligkeiten auf dem ukrainischen Schauplatz beruhigen und Moskau die nächsten Schritte seines hybriden Krieges gegen den Westen planen kann.

CHPM-Arbeitspapier Nr. 3

Dieses «Fenster» kann als eine Periode starker Unsicherheit beschrieben werden, in der drei Faktoren zusammenlaufen, um das Risiko einer russischen Aggression gegen einen oder mehrere europäische Staaten zu erhöhen. Erstens: die Fragilität des amerikanischen Engagements für die NATO. Zweitens: Russlands wachsender revisionistischer Appetit. Drittens: Die Europäer haben kurz- und mittelfristig nicht die Mittel, um die Lücken zu schließen, die sich aus einem teilweisen oder vollständigen Rückzug des amerikanischen Verbündeten ergeben. Dieses «Fenster der Anfälligkeit» stellt einen gefährlichen Moment für Europa dar, das noch zu sehr von Washington abhängig ist und noch nicht in der Lage ist, seine Verteidigung autonom zu sichern.
 
Lektoratskommission: Claude Meier, Adrien Fontanellaz, Dominique Andrey.
Autor: Arthur Lusenti

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